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DokuMet QDA - Eine Software für das Lehren und Forschen mit der Dokumentarischen Methode

Dokumet ODA ist eine Software zur Unterstützung von Lehre und Forschung mit qualitativen Forschungsmethoden im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften (QDA= Qualitative Data Analysis). Die Software wurde speziell für die „Dokumentarische Methode der Interpretation“ programmiert. Diese ursprünglich von Prof. Ralf Bohnsack am Arbeitsbereich qualitative Bildungsforschung der FU Berlin entwickelte Methodologie ist in verschiedensten Disziplinen über einschlägige Lehrbücher und vielfältige Forschungsaktivitäten etabliert, wird derzeit an über 40 Lehrstühlen im In- und Ausland gelehrt  und stark in Weiterbildungskontexten nachgefragt .

Für die Auswertung wurden bislang im Wesentlichen paper and pencil bzw. normale Textverarbeitungs- und Tabellenkalkulationssoftware benutzt . Gerade bei größeren Forschungsvorhaben stößt diese Vorgehensweise jedoch schnell an Grenzen: Forschende verlieren den Überblick und fokussieren deshalb notgedrungen auf eine kleinere Auswahl von Fällen. Die Entwicklung einer Forschungs- und Lehrsoftware für die Dokumentarische Methode war insofern ein logischer und überfälliger Schritt, da am Markt vorhandene Software  für das Arbeiten mit der recht anspruchsvollen Methodologie der Dokumentarischen Methode nur sehr eingeschränkt geeignet ist. Mit DokuMet QDA dagegen lassen sich unterschiedliche empirische Materialsorten  lege artis strukturiert auswerten, ohne den Überblick zu verlieren. Das Programm führt den Interpretierenden über systematische und leicht erlernbare Verdichtungsschritte bis hin zur Bildung von Typen, Typiken und Typologien. Die Auswertungsschritte sind für Novizen gut nachvollziehbar, weshalb die Software auch und gerade in der Lehre sozialwissenschaftlicher Methoden eingesetzt werden kann.

Die Besonderheit von DokuMet QDA im Vergleich zu herkömmlichen QDA-Programmen

Sinnzusammenhänge typisieren, nicht bruchstückhaft dekontextualisieren!

Bereits am Markt befindliche QDA Programme wie MaxQDA, Atlas ti oder NVivo sind, auch wenn sie z.T. ihre „Methodenoffenheit“ betonen, mehr oder weniger explizit an der Methode der qualitativen Inhaltsanalyse orientiert: Das empirische Material wird nach einem vorab vorgegebenen „Kodierschema“ mit Stichworten versehen („kodiert“), um dann z.B. bei einer Interviewstudie gleich kodierte Textstellen aus unterschiedlichen Interviews miteinander zu vergleichen (etwa alle Stellen, die mit dem Kode „Gewalt in der Familie“ kodiert wurden). Dies ist aus Sicht der Methodologie der Dokumentarischen Methode nicht valide, da hiermit eine Dekontextualisierung des Materials einhergeht, denn in einem Interview sind den meisten Textstellen andere Sequenzen vorgelagert, die erst zu einem adäquaten Verständnis dieser einen Stelle beitragen.

Bei DokuMet QDA dagegen ist die Software so programmiert, dass das Material in seinem sequenziellen Aufbau rekonstruiert und folgende Fragen beantwortet werden können: Wie, d.h. in welchem Kontext kommt es dazu, dass jemand über „Gewalt in der Familie“ spricht? Wie baut sich ein entsprechender Sinnzusammenhang während des Erzählvorganges auf, der mit den Sinnbruchstücken, die man mit herkömmlichen QDA Programmen erzeugt, wenig gemein hat? DokuMet QDA ermöglicht die Rekonstruktion solcher Sinnzusammenhänge vor dem Hintergrund einer systematischen Vergleichshorizontbildung mit Sinnzusammenhängen anderer Fälle. Auf diese Weise führt DokuMet QDA den/die Nutzer/in über methodisch kontrollierte Verdichtungsschritte zu typisierbaren Ergebnissen, die einerseits in Fällen verankert sind und andererseits im Sinne einer analytischen Abstraktion weit über diese hinausweisen.